Eine Diagnose, die alles verändert

Liebe Leserinnen und Leser,

die Nachricht, dass Prinzessin Kate an Krebs erkrankt ist und sich vorsorglich einer Chemotherapie unterzieht, hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Die große Anteilnahme liegt wahrscheinlich auch darin begründet, dass fast jeder jemanden kennt, der an Krebs gestorben ist. Fast jeder Mensch hat Verwandte, Freunde oder Bekannte an das Leiden verloren. Es ist eine Diagnose, die die persönliche Welt zum Stillstand bringt. Der Autor und Krebsforscher Siddhartha Mukherjee nennt den Krebs daher nicht ohne Grund „den König aller Krankheiten".

Doch obwohl jedes Jahr große Summen in den Kampf gegen Krebs fließen und obwohl Tausende Forscherinnen und Forschen sich darüber den Kopf zerbrechen: Besiegt ist der Krebs noch lange nicht. Im Gegenteil: Die Diagnosen scheinen – so legen es Zahlen und Fälle wie die der Herzogin von Wales nahe – immer häufiger immer jüngere Menschen zu treffen.

Mehr jüngere Krebspatienten?

Ganz so eindeutig ist es allerdings nicht, erklärt meine Kollegin Kira von der Brelie. Zwar hat sich das Risiko, an Krebs zu erkranken, in den vergangenen Jahren verändert. Aber das gilt nicht für alle Arten und alle Länder gleichermaßen.

So kann man zwar zum Beispiel in Deutschland einen leichten Anstieg bei jungen Menschen bei einigen Krebsarten beobachten. Aber wieso das so ist, das ist unklar. „Übergewicht oder mehr Alkohol ist sicher ein Faktor, aber auch der Rückgang der Schwangerschafts- und Stillrate können dazu beitragen, dass Krebs entsteht", vermutet Volker Arndt, vom Forschungsschwerpunkt Krebsrisikofaktoren und Prävention am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Hoffnung macht folgende Nachricht: Das Unternehmen Biontech will 2026 sein Krebsmedikament auf den Markt bringen. Mit mRNA-Impfungen wollen auch Moderna und Curevac Tumore in Zukunft besser bekämpfen. Wie genau das funktionieren könnte, hat meine Kollegin Laura Beigel vor Kurzem hier erklärt (+).

Auch meine Kollegin Vanessa Casper bekam vor einiger Zeit eine Diagnose, die ihr Leben verändern sollte. Mehr dazu lesen Sie unter „Die ernsten Seiten des Lebens".

Ihre

Anna Schughart

 

Von Kopf bis Fuß

Das Cannabis-Gesetz erlaubt Volljährigen in Deutschland ab dem 1. April das Kiffen – mit genauen Regeln. Medizinerinnen und Mediziner sehen das weiter kritisch.

Das Cannabis-Gesetz erlaubt Volljährigen in Deutschland ab dem 1. April das Kiffen – mit genauen Regeln. Medizinerinnen und Mediziner sehen das weiter kritisch.

Ab 1. April ist der Konsum von Cannabis legal. Aber das heißt nicht, dass er unbedenklich ist. Doch wie gefährlich ist Kiffen? Meine Kollegin Irene Habich hat hier die wichtigsten Fragen beantwortet.

Abhängigkeit: Der Konsum von Cannabis ist weit verbreitet. Aber längst nicht jeder, der Cannabis konsumiert, ist auch abhängig. Im Fokus steht meistens die psychische Abhängigkeit. „Die Abhängigkeit von Cannabis entwickelt sich häufig deshalb, weil die Betroffenen unmerklich immer häufiger in Versuchung geraten, schwierige Alltagssituationen und damit verbundene unangenehme Gefühle oder Gedanken durch das Kiffen auszublenden", heißt es auf der Internetseite Drugcom.de, einem Aufklärungsangebot der BZgA.

Nebenwirkungen: Ein regelmäßiger und häufiger Cannabiskonsum kann die Hirnleistung und insbesondere das Gedächtnis verschlechtern. Abhängig vom Konsumverhalten zeigten sich laut einer Übersichtsstudie „zum Teil erhebliche Beeinträchtigungen bei der Lern- und Erinnerungsleistung, aber auch negative Auswirkungen auf andere kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Problemlösen und Denkleistung". Die Beeinträchtigung scheine allerdings nicht von Dauer zu sein und verschwinde bei Cannabisabstinenz wieder. Wobei nicht eindeutig geklärt sei, nach wie langer Zeit.

Psychosen: Starker Cannabiskonsum ist einer von mehreren Risikofaktoren für das Entstehen oder den Ausbruch einer psychischen Störung. Laut einem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) birgt vor allem ein hoher THC-Gehalt von mehr als 10 Prozent bei gleichzeitig niedrigem CBD-Gehalt das Risiko, Psychosen auszulösen. Als Risiko gilt zudem besonders der Konsum von Cannabis im jüngeren Alter.

Lunge: Zwar leiden Cannabiskonsumierende genau wie andere Raucher und Raucherinnen oft unter Husten. Dieser verschwindet aber, wenn der Konsum eingestellt wird. Auch ein Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum und Lungenkrebs oder Kehlkopfkrebs konnte bisher – anders als beim Tabakkonsum – nicht festgestellt werden. Wobei noch nicht sehr ausführliche Daten vorliegen. Eine andere Studie, die 2019 veröffentlicht wurde, stellte hingegen ein höheres Asthmarisiko bei Kifferinnen und Kiffern fest.

 

Bei aller Liebe

Auch Männer können zum Opfer von Gewalt in der Partnerschaft werden.

Auch Männer können zum Opfer von Gewalt in der Partnerschaft werden.

Gewalt in der Partnerschaft richtet sich nicht nur gegen Frauen. Auch Männer sind tätlichen Angriffen durch ihre Partnerin ausgesetzt oder Psychoterror wie Drohungen, Kontrolle und Erniedrigung. Hilfsangebote gibt es aber nur wenige.

„Viele Männer sagen, dass sie die psychische Gewalt als besonders belastend erleben", sagt Philipp Schmuck. Er leitet die Beratungsstelle „Häusliche Gewalt gegen Männer" in der Region Nordbayern. Auf Nachfrage werde oft auch von körperlichen Übergriffen berichtet. Diese würden häufig heruntergespielt. „Selbst bei einem Nasenbruch oder einem Hämatom sagen die Männer dann: ‚Das war nicht so schlimm.' Oder, bei einem Angriff mit dem Messer: ‚Sie hat mich ja nur am Arm erwischt.'"

Oft würden Männer durch die gewalttätige Partnerin immer stärker von Familie und Freundeskreis isoliert. Was wiederum Abhängigkeitsgefühle in der Partnerschaft verstärkt und es schwerer macht, sich zu lösen (+).

 

Familienbande

Es gibt viele schöne Momente mit einem Baby – aber eben nicht nur.

Es gibt viele schöne Momente mit einem Baby – aber eben nicht nur.

Gut vorbereitet fühlte sich RND-Autorin Saskia Heinze auf das erste Babyjahr. Dann kam das Kind – und mit ihm eine Fürsorgearbeit, die nicht permanent glücklich machte: „Ich begann, an meinen Fähigkeiten zu zweifeln. So viele Frauen hatten das doch schon durchgezogen, ohne zu meckern. Es wird doch immer gesagt, wie schön das alles ist. Taugte ich überhaupt als Mutter? Stellte ich mich an?" Woher kam dieses Gefühl, das allein schaffen zu müssen? Heinze hat sich auf eine persönliche Spurensuche begeben (+).

 

Gut gesagt

Wer seine Muskeln trainiert, stärkt seine körperliche Fitness. Was viele nicht wissen: Das Training tut auch dem Hormonhaushalt gut. Auf welche Hormone sich der Sport genau auswirkt, erklärt RND-Kolumnist Froböse hier.

 

Die ernsten Seiten des Lebens

Seit ihrer MS-Diagnose fühle sie sich nur wie ein Schatten ihrer selbst, schreibt Vanessa Casper.

Seit ihrer MS-Diagnose fühle sie sich nur wie ein Schatten ihrer selbst, schreibt Vanessa Casper.

„Auf dem Weg nach Hause an einem gewöhnlichen Donnerstagabend überkam mich das Gefühl, mich nicht richtig konzentrieren zu können. Die Straßenschilder wirkten irgendwie anders. „Na ja, wahrscheinlich wird es der Stress sein", dachte ich. Ein bisschen entspannen und dann früh ins Bett – so war mein Plan."

Doch es sollte anders kommen. 280.000 Menschen in Deutschland haben Multiple Sklerose. Eine davon ist RND-Redakteurin Vanessa Casper. Wie sie den Moment der Diagnose erlebt hat und wie ihr Leben seither verläuft – ein ganz persönlicher Blick auf das Leben mit MS.

 

Die schönen Seiten des Lebens

Wasser ist nicht gleich Wasser, sagen Fachleute.

Wasser ist nicht gleich Wasser, sagen Fachleute.

Wasser ist Leben – und heutzutage auch ein Lifestyleprodukt: Gerade in der gehobenen Gastronomie servieren Restaurants gern hochpreisiges Wasser in aufwendig gestalteten Flaschen. Manche bieten gar eine eigene Mineralwasserkarte mit Dutzenden Optionen an. Es handelt sich mitunter um Flaschen zu Preisen, die teils auch für ein Glas edlen Wein fällig werden.

Alles nur ein Marketingtrick? Gute Tropfen bekommt man jedenfalls auch aus der eigenen Region, wie mein Kollege Ben Kendal recherchiert hat.

 

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