Chaos in der Wohnung? Na, und!?

Liebe Leserinnen und Leser, mich beeindrucken Menschen, die wie im Möbelhaus leben. Wo ein Regal mit zwei, maximal drei Dekogegenständen bestückt ist; nichts auf dem Boden herumliegt; die Kissen akkurat auf dem Sofa drapiert sind; kein Staubkörnchen den Fernseher bedeckt – und man sich fragt: Wohnt hier überhaupt jemand? Mir ist unbegreiflich, wie man sein Zuhause so blitzblank halten kann. Nicht, dass Sie jetzt den falschen Eindruck bekommen: Bei mir sieht es nicht aus wie bei Hempels unterm Sofa. Ordnung muss sein, das finde ich auch. Trotzdem habe ich Krimskrams-Ecken oder -Schränke, wo sich eben doch so manches anhäuft.
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Laura Beigel

Laura Beigel

Liebe Leserinnen und Leser,

mich beeindrucken Menschen, die wie im Möbelhaus leben. Wo ein Regal mit zwei, maximal drei Dekogegenständen bestückt ist; nichts auf dem Boden herumliegt; die Kissen akkurat auf dem Sofa drapiert sind; kein Staubkörnchen den Fernseher bedeckt – und man sich fragt: Wohnt hier überhaupt jemand? Mir ist unbegreiflich, wie man sein Zuhause so blitzblank halten kann. Nicht, dass Sie jetzt den falschen Eindruck bekommen: Bei mir sieht es nicht aus wie bei Hempels unterm Sofa. Ordnung muss sein, das finde ich auch. Trotzdem habe ich Krimskrams-Ecken oder -Schränke, wo sich eben doch so manches anhäuft.

Ob die Möbelhaus-Menschen so etwas auch haben, frage ich mich. Dass sie vielleicht nur die Wohnung blitzblank halten, sich der ganze Ramsch dann aber im Keller oder auf dem Dachboden befindet? Und irgendwie stelle ich mir ein solches steriles Leben auch wenig behaglich vor. So ein bisschen Chaos schafft doch auch Gemütlichkeit und so ein Hier-bin-ich-Zuhause-Gefühl. „Ein Zuhause muss nicht aussehen wie ein Katalog oder ein Museum", meint auch Aufräumexpertin Sabine Nietmann, „sondern zum Lebensstil und zu den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner passen."

Also: Etwas Unordnung ist durchaus erlaubt. Man muss nur aufpassen, dass sie nicht zu viel wird. Gerade jetzt im Frühjahr steht bei vielen wieder der Frühjahrsputz an. Auch eine gute Gelegenheit, um sich von Sachen zu trennen, die man nicht mehr braucht. Das fällt mir zum Beispiel bei Klamotten sehr schwer. Aufräumexpertin Nietmann hat einen Tipp: Stellen Sie sich vor, Sie ziehen um – was würden Sie dann auf keinen Fall mitnehmen wollen? Vielleicht fallen Ihnen da sofort ein paar Dinge ein. Dieser Newsletter gehört hoffentlich nicht dazu.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihre Laura Beigel

 

Von Kopf bis Fuß

Zu fasten muss nicht unbedingt bedeuten, auf alle Lebensmittel zu verzichten. Es geht vielmehr darum, bewusster zu essen.
Zu fasten muss nicht unbedingt bedeuten, auf alle Lebensmittel zu verzichten. Es geht vielmehr darum, bewusster zu essen.
Quelle: IMAGO/Pond5 Images

Den Körper neu justieren – dabei soll das Fasten helfen. Es bedeutet, bewusst für einen gewissen Zeitraum auf bestimmte (oder auch alle) Lebensmittel zu verzichten. Sportmediziner Ingo Froböse empfiehlt besonders das Intervallfasten: „Dabei verzichten wir nicht grundsätzlich auf Nahrung, sondern begrenzen bewusst die tägliche Essenszeit – etwa auf acht bis zehn Stunden", schreibt er in der neuesten Ausgabe seiner Kolumne „Je oller, je doller" (+).

Solche Essenspausen würden helfen, den Körper wieder bewusster wahrzunehmen – gerade das Hungergefühl. Denn oft essen Menschen nach Uhrzeit, Gewohnheit oder Emotion. „Wer Esspausen zulässt, erlebt Hunger wieder als klares körperliches Ereignis", sagt Froböse. Fasten kennt dabei kein Alter: „Gerade in einer Lebensphase, in der Stoffwechselprozesse sensibler reagieren, Muskelmasse natürlicherweise abnimmt und sich der Energiebedarf verändert, lohnt es sich, diese innere Kommunikation neu zu schulen."

 

Bei aller Liebe

„Wie, du willst keinen Fotografen?", war meine erste Reaktion, als mir meine Kollegin Heidi Becker sagte, dass ihre Hochzeit ohne professionelle Erinnerungsfotos auskommen würde. So ein besonderer Moment will doch festgehalten werden – und zwar nicht nur von der Verwandtschaft, von der die meisten mit der Bedienung ihrer Smartphones womöglich überfordert sind. Zur Not, schlug ich ihr vor, würde ich die Bilder selbst übernehmen (obwohl ich wohl nicht viel besser bin als die Verwandtschaft).

Offenbar habe ich mich mit meinen Überredungsversuchen ordentlich in die Nesseln gesetzt, wie ich nun in der neuesten Ausgabe ihres „Bride Blogs" lesen muss. Denn ich war offenbar nicht die Einzige, die auf einen Fotografen gedrängt hat. Doch etwas zu tun, weil man es eben so macht, ist Heidi inzwischen leid. „Je öfter ich höre, was wir unbedingt tun sollten, desto größer wird die Lust, genau das nicht zu tun. Fast aus Trotz", schreibt sie. Sie hat sich für ihre Hochzeit vorgenommen: Das „Wir" soll im Mittelpunkt stehen. „Vielleicht ist das die eigentliche Herausforderung beim Heiraten: Nicht nur herauszufinden, was man will – sondern es auch gegen sehr wohlmeinende Stimmen zu verteidigen."

 

Familienbande

Bei etwa jedem vierten Kind in Deutschland lassen sich die Eltern scheiden.
Bei etwa jedem vierten Kind in Deutschland lassen sich die Eltern scheiden.
Quelle: IMAGO/imagebroker

Wenn sich die Eltern scheiden lassen, geht das nicht spurlos an den Kindern vorbei. Es könnte sogar noch weitreichendere Folgen haben als bisher gedacht, legt eine Studie nahe. So bekommen Scheidungskinder weniger Nachkommen als Kinder verheirateter Eltern. Grund dafür könnte sein, dass sie als Erwachsene kürzere Partnerschaften haben und sich häufiger trennen. Denn Geburten fänden typischerweise innerhalb einer ehelichen oder nicht ehelichen Partnerschaft statt, erläutern die Forschenden. Auch bleiben Scheidungskinder häufiger kinderlos.

Eine elterliche Trennung könne aber nicht pauschal mit einem geringeren Kinderwunsch in Verbindung gebracht werden, sagte Soziologe Martin Bujard. „Es kommt darauf an, wie die Trennungen ablaufen: Bei den Auswirkungen auf den Kinderwunsch der Kinder sind die Art der Kommunikation der Familie nach der Trennung sowie der Kontakt zu beiden Elternteilen entscheidend."

 

Gut gesagt

Die Vagina ist nicht in der Lage, Orgasmen hervorzurufen.
Mandy Mangler,
Gynäkologin

Viel zu oft werde das weibliche Orgasmusorgan – die Klitoris – unterschätzt, sagt Gynäkologin Mandy Mangler. Selbst ihre Studierenden wüssten häufig nichts mit Zeichnungen des Organs anzufangen. Im RND-Interview erklärt die Ärztin, woher diese fehlende Aufklärung kommt, und räumt mit gängigen Mythen auf, etwa dem vom vaginalen Orgasmus. (Im Text haben wir auch ein kleines Quiz für Sie vorbereitet: Testen Sie gerne Ihr eigenes Wissen über die Klitoris.)

 

Die ernsten Seiten des Lebens

Elefanten sind hochsoziale Lebewesen, die um verstorbene Artgenossen trauern.
Elefanten sind hochsoziale Lebewesen, die um verstorbene Artgenossen trauern.
Quelle: IMAGO/Dreamstime

Affen, die wochenlang ihren toten Nachwuchs mit sich herumtragen. Elefanten, die immer wieder zu den Überresten toter Artgenossen zurückkehren. Krähen, die „Beerdigungen" abhalten. Auch in der Tierwelt ist der Tod allgegenwärtig. Doch verstehen Tiere wirklich, was es bedeutet, zu sterben? Mit dieser Frage hat sich die Philosophin Susana Monsó auseinandergesetzt.

Tatsächlich hätten vor allem höher entwickelte Tiere wie Elefanten, Wale oder Affen ein Bewusstsein für den Tod. Dieses Bewusstsein müsse sich nicht immer in Form einer Trauerreaktion zeigen – auch dass Tiere mit Absicht töten (wie es etwa Löwen tun), sei ein Beweis dafür, dass sie wissen, was es heißt, zu sterben. Das zeige einmal mehr, dass der Mensch den Tieren ähnlicher ist, als er oft denkt. „Wenn wir uns weniger als übernatürliche Wesen betrachten und mehr als Teil der Natur, können wir vielleicht auch besser unsere Vergänglichkeit akzeptieren", sagte Monsó im Interview mit meiner Kollegin Irene Habich.

 

Die schönen Seiten des Lebens

Seniorinnen und Senioren spielen Gesellschaftsspiele zusammen: Auch im Alter sind Freundschaften wichtig.
Seniorinnen und Senioren spielen Gesellschaftsspiele zusammen: Auch im Alter sind Freundschaften wichtig.
Quelle: IMAGO/HalfPoint Images

Eine Freundschaft kann manchmal heilsamer sein als eine Partnerschaft. Doch wirklich gute Freundinnen und Freunde zu finden, mit denen man über alles sprechen kann und die einem auch in schweren Zeiten zur Seite stehen, das ist die große Kunst. Inzwischen ist es eher so, dass immer mehr Menschen weniger Freundschaften haben und einsamer sind. Auch, weil sie oft davor zurückschrecken, neue Kontakte zu knüpfen – aus Angst vor Ablehnung, Enttäuschung oder weil sie früher schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Wie können also erfüllende Freundschaften gelingen, hat sich meine Kollegin Kira von der Brelie gefragt und unter anderem mit dem Psychotherapeuten Wolfgang Krüger gesprochen. Er sagt: Alles, was es für Freundschaften braucht, sind „Ausdauer und Unbekümmertheit". Was der Experte sonst noch empfiehlt, können Sie hier mit RND+ nachlesen.

 

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