«Sommer, Sonne, Remigration»: Die Patriotische Front

 Erst brennende Kreuze, dann eine Partei.
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Der Ku-Klux-Klan bekam
ein Parteiprogramm


«Komm zu uns»: Die Männer vom Innerschweizer Ku-Klux-Klan hatten jetzt eine Partei. Mit Postfach, Spendenkonto und einem Programm, das festlegte, wer dazugehören durfte und wer nicht (die meisten). © Sozialarchiv


Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

am 1. August 1987 gründeten einige Männer unter einer Autobahnbrücke in der Innerschweiz einen Schweizer Ku-Klux-Klan.

Sie schworen sich «ewige Treue», trugen weisse Gewänder und stellten brennende Kreuze vor Flüchtlingsheimen auf. Dann schossen sie mit Schrotgewehren auf die Unterkünfte.

Im Frühling darauf wurden sechs Männer verhaftet. Die Waffen wurden beschlagnahmt. Der Schweizer Ku-Klux-Klan war Geschichte. Seine Mitglieder waren es nicht.

Zwei von ihnen gründeten wenige Monate später gemeinsam mit Marcel Strebel die Patriotische Front.

Nach den Texten über Martin Sellner und Renaud Camus kehren wir mit unserer Serie «Sommer, Sonne, Remigration» zurück in die Schweiz der Achtziger- und Neunzigerjahre. Im ersten Kapitel haben wir vom Winterthurer Bombenanschlag auf einen Journalisten erzählt. Das neue Kapitel geht der Geschichte einer Partei nach, zu deren Gründern Männer gehörten, die bereits auf Flüchtlingsunterkünfte geschossen hatten.

Kapitel 3, Teil 1 von 3 – «Sommer, Sonne, Remigration» ~11 Minuten

Die erste Mitgliederliste der Patriotischen Front zählt 66 Namen. Ihr Programm umfasst zwanzig Punkte.

Es verlangt die Abschaffung des Asylrechts, die Ausweisung von Juden und getrennte Schulen für «Nichtweisse» und nichtchristliche Kinder. Kommunistische und «linkssozialistische» Parteien sollen verboten werden, ebenso die entsprechenden Verbände und Gewerkschaften.

Unter Punkt 19 steht: «Aufrechterhaltung der Meinungsfreiheit.»

Unsere Recherche rekonstruiert die Anfänge der Patriotischen Front anhand von Originalquellen: Mitgliederlisten, Flugblättern, dem Parteiprogramm und einem Interview, in dem einer der Schützen erklärt, warum er nichts zu bereuen habe.

Es ist der Auftakt zu drei Teilen über Aufstieg und Fall der Partei um Marcel Strebel.

Lesen Sie jetzt: Die Männer vom Ku-Klux-Klan gründeten eine Partei

Gute Lektüre

Daniel Ryser, Reporter, Infosperber

Infosperber / SSUI

Jurablickstrasse 69, Spiegel b. Bern

Schweiz

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