«Sommer, Sonne, Remigration» – Rechtsextreme im Stil von Schweiz Tourismus

 In einer Thurgauer Bar mit Manuel Corchia von der Jungen Tat
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«Es ist Arbeit, wie man sie bei jeder linken NGO findet»

Wer hier posiert, will Schweizer in dritter Generation ausschaffen: die Junge Tat, inszeniert von Manuel Corchia. © Telegram

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

nächsten Freitag, am 30. Oktober, will das Bezirksgericht Zürich sein Urteil eröffnen. Angeklagt sind Manuel Corchia, Tobias Lingg und vier weitere Mitglieder der Jungen Tat. Es geht um ein Holzkreuz mit der Aufschrift «No Pride Month», das sie während eines Pride-Gottesdienstes in eine Zürcher Kirche schleppten, und um eine Dragqueen-Lesung für Kinder, die sie störten. Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Monate, sechs davon unbedingt.

Anfang Oktober sitze ich mit Corchia in einer Bar im Thurgau. Er ist 24, Mitgründer der Jungen Tat und mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Rassendiskriminierung und Verstössen gegen das Waffengesetz. Er redet stundenlang über Armin Mohler, Ernst Jünger und Marcuse. Dann sagt er, wenn man die Junge Tat mit jemandem vergleichen könne, dann mit Greenpeace.

Corchia steht hinter der Kamera. Er filmt die Aufmärsche der Identitären in Wien, wo Hunderte «Remigration» skandieren, die Flashmobs der Jungen Tat in Schweizer Altstädten und die Wanderungen in den Alpen. Sonnenuntergang, Zeitlupe, Lana Del Rey. Es sieht aus wie Werbung von Schweiz Tourismus, und es geht um die grösste Massenabschiebung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Diese und die nächste Folge von «Sommer, Sonne, Remigration» drehen sich um die Junge Tat und Manuel Corchia.

Kapitel 4, Teil 2 von 3 – «Sommer, Sonne, Remigration» ~18 Minuten


Auf seiner Website zeigt Corchia, für wen er filmt: die Identitären in Wien, Martin Sellner, die ESN, die von der AfD angeführte Rechtsaussen-Fraktion im EU-Parlament. Ein Porträt ihres Schatzmeisters Alexander Jungbluth ist inzwischen von der Seite verschwunden. 

Woher das Geld für seine Videos kommt, will er nicht sagen. Dann spricht er doch: Kleinspenden, wie bei jeder linken NGO. Laut Mediapart zahlte ihm auch die Stiftung der Fraktion von Jordan Bardella im EU-Parlament 2650 Euro.

Alle drei Monate werde er auf den Social-Media-Plattformen gesperrt, sagt Corchia. Dann komme er mit neuen Accounts zurück, und sofort stiegen die Klickzahlen wieder.

Lesen Sie jetzt: «Von der Taktik her kann man uns mit Greenpeace vergleichen»

Bis nächsten Freitag

Daniel Ryser, Reporter, Infosperber


Infosperber / SSUI

Jurablickstrasse 69, Spiegel b. Bern

Schweiz

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